MTB-Bundesliga: Schweizer Doppelsieg in Obergessertshausen


Nina Graf auf der Strecke von Obergessertshausen. Foto: Armin M. Küstenbrück
Nina Graf auf der Strecke von Obergessertshausen. Foto: Armin M. Küstenbrück
29.03.2026 | Obergessertshausen (rad-net) - Beim Auftakt der German Cycling Mountainbike-Bundesliga im bayerischen Obergessertshausen hat es einen Schweizer Doppelsieg gegeben. U23-Weltmeister Finn Treudler (Cube) entschied das Rennen der Männer auf der matschigen und technischen Strecke für sich, bei den Frauen war Sina Frei (Specialized) am schnellsten.

«Der Status als Continental Series hat viele internationale Topfahrer nach Obergessertshausen gelockt», konstatierte Bundestrainer Marc Schäfer zum Abschluss des 14. Fullgaz-Race, dem traditionellen und sehr frühen Auftaktrennen zur MTB-Bundesliga. Da der Winter über Nacht nochmal ein Stelldichein in Bayern gab, war die am Vortag im Training noch trockene Strecke rutschig geworden und forderte den Mountainbike-Profis aus ganz Europa viel technisches Können ab.

Den Sieg bei den Männern holte sich der Schweizer Finn Treudler. Er lag lange mit einer Vierergruppe an der Spitze, ehe er sich in der letzten Runde dann endgültig von seinen Landsleuten absetzen konnte und nach 1:34:19 Stunden als Erster den Zielstrich mit 24 Sekunden Vorsprung auf Lars Forster (Thömus-Maxon) überquerte. Forster seinerseits hatte seinen Teamkollegen, den lange Zweitplatzierten Vidal Albin, noch überholen können.

Auf den Plätzen fünf und sieben konnten sich Leon Kaiser (Avona) und Jan-Lennart Krayer (Marder Stop&Go MTB Team) platzieren. «Ich hatte mir vorgenommen, vorne mitzufahren – und das hat auch sehr gut funktioniert. Finn und Vidal waren schon ein bisschen stärker heute», so Kaiser nach dem Rennen über sieben Runden. Aber Kaiser konnte als einziger Deutscher in der Schweizer Spitzengruppe mithalten. «In der letzten Runde ging es um Platz drei», berichtete Kaiser. «In einer Abfahrt habe ich dann zu viel riskiert und bin gegen einen Baum gefahren: Lenker schief, Sattel schief, Bremse schief.» Doch er kam ohne Verletzung davon, sprang aufs Rad und eilte den anderen hinterher: «Man muss halt manchmal ein bisschen was riskieren», meinte er lachend bei der Siegerehrung, bei der er auch ein «Golden Ticket», die sichere Startberechtigung für einen Weltcup-Lauf, die bei den Rennen der Continental-Series an Sportler vergeben wird, die nicht einem Weltcup-Team angehören. «Die Strecke heute war trotz des Schneeregens am Morgen gut präpariert – man merkt, die kennen sich in Obergessertshausen aus», gab er ein Lob an die Veranstalter vom MSC Wiesenbach um Anton Sieber, in das auch Bundestrainer Schäfer einstimmte: «Auch wenn es sehr matschig war, war heute alles sehr gut fahrbar. Wir hoffen natürlich, dass die vielen ausländischen Starter, die heute hier waren, die Qualität deutscher Rennen kennenlernen konnten und daher gerne wieder kommen – auch zu anderen Veranstaltungen.»

«Ich habe mich in den letzten Wochen nicht so richtig frisch gefühlt», leitete Jan-Lennart Krayer sein Statement zum Rennen ein: «Aber heute konnte ich von Anfang an Druck machen, Stück für Stück nach vorne fahren und am Berg echt einen Unterschied machen, so wie ich es gewohnt bin», so Krayer, der ebenfalls ein «Golden Ticket» erhielt. «Wir haben bei German Cycling noch vier Fahrer, die Weltcups fahren wollen, aber nicht bei Weltcup-Teams untergekommen sind, aber war haben als nationaler Verband nur drei Startplätze. Da hilft das Ticket natürlich», so Schäfer.

Bei den Frauen war es ein Start-Ziel-Sieg von Sina Frei (Specialized), die klar dem Rennen ihren Stempel aufdrückte. Die Schweizerin kam am besten mit den Bedingungen zurecht und fuhr trotz des rutschigen Untergrunds wie auf Schienen. Sie siegte in einer Zeit von 1:21:28 Stunden. Auch ihre österreichische Teamkollegin Laura Stigger brillierte mit technischem Feingefühl und Kraft auf der Strecke im Egger-Wald, hatte als Zweitplatzierte aber bereits fast eine Minute Rückstand auf die Siegerin. Lokalmatadorin Luisa Daubermann (Bergankunft-KTM) lag auf Position drei, erlitt in der letzten Runde aber einen technischen Defekt, der sie weit zurückwarf. Somit ging der dritte Podestplatz an die Olympiasiegerin von 2021, Jolanda Neff (Cannondale). Beste Deutsche wurde auf dem vierten Platz Nina Graf (Trek-Unbroken). Kira Böhm (Cube) wurde Fünfte. Daubermann, die sogar noch einen Rundenverlust hinnehmen musste, wurde 15.

«Von den Sportlern aus dem Nationalkader, die heute in Obergessertshausen am Start waren, hate ich etwas mehr erwartet», bilanzierte Bundestrainer Schäfer das Abschneiden der deutschen Männer, während er besonders für die Rennen von Luisa Dauberman und Nina Graf lobende Worte fand. «Licht und Schatten» lautete daher die Gesamtbilanz.

Das Rennen der U23-Männer gewann der Niederländer Rens Teunissen van Manen (KMC-Nukeproof) in 1:23:40 Stunden. Niklas Franz (Stop & Go Marderabwehr) wurde Sechster. Bei den Frauen U23 ging der Sieg an die Österreicherin Katrin Embacher (KTM-Factory) in 1:25:33 Stunden. Beste Deutsche wurde im international besetzten Feld Lina Huber auf Rang zwölf - allerdings schon mit fast zehn Minuten Rückstand.

Bei den Junioren konnten die Niederländer einen Dreifach-Sieg feiern: Daan Bakelaar siegte vor seinem Cube-Teamkollegen Cas Timmermans, der dritte Platz ging an den Bruder des U23-Siegers, nämlich an Mads Pé Teunissen van Manen, der auch für dasselbe Team fährt wie sein Bruder. Bester Deutscher wurde Karl Herzog (Stevens-Schubert) auf dem vierten Platz. Auch das Rennen der Juniorinnen wurde von einer Niederländerin dominiert: Es siegte Isis Versluis (Cube Factory) vor der starken Badenerin Adina Daubner (Singer-KTM) und der Italinerin Nicole Azzetti (KTM-Protek Elettrosystem).

Das nächste Rennen der German Cycling MTB-Bundesliga wird am 16. Mai mit dem Bike the Rock in Heubach im Ostalbkreis ausgetragen.


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