Fauxpas kostet Brandau Top-Resultat – Fumic auf Rang sechs


Manuel Fumic wurde Sechster im Short Track. Foto: Traian Olinici
Manuel Fumic wurde Sechster im Short Track. Foto: Traian Olinici
09.08.2019 | Lenzerheide (rad-net) - Zum Auftakt des Weltcup-Wochenendes der Mountainbiker in Lenzerheide (Schweiz) hat Manuel Fumic im Short Track-Wettbewerb als Sechster sein bestes Saisonresultat erzielt. Der Niederländer Mathieu van der Poel setzte seine Siegesserie fort und gewann vor dem Brasilianer Henrique Avancini und dem Schweizer Nino Schurter. Bei den Damen gewann Pauline Ferrand Prevot aus Frankreich, während sich Elisabeth Brandau bereits eine Runde vor Schluss als Siegerin wähnte. Am Ende wurde sie 21.

Manuel Fumic (Kirchheim/T.) erwischte in dem Rennen auf einer Ein-Kilometer-Runde keinen guten Start. Er hing ganz am Ende des 40-köpfigen Starterfelds und nach zwei Runden wurden bereits 25 Sekunden Rückstand gemessen. «Ich konnte einfach nicht überholen», sagte der Kirchheimer im Ziel. Es war also keine Taktik. «Als ich mir den Kurs angeschaut habe, dachte ich, es wäre einfach zu überholen, aber da habe ich mich geirrt. Das war so ein Hickhack.» Nur auf dem Asphalt der Start-Ziel-Gerade, die in Lenzerheide allerdings einen Bogen macht, konnte Fumic Plätze gut machen.

In der siebten von zehneinhalb Runden erreichte er die Verfolgergruppe bis Rang fünf, während vorne Van der Poel, Schurter und Avancini die Pace machten und Maxime Marotte (Frankreich) versuchte Anschluss zu halten. Fumic setzte sich gleich an die Spitze der Verfolger und schleppte eine Gruppe hinter sich her. Es gab noch einige Positionskämpfe, doch Fumic musste nur noch den Italiener Luca Braidot vorbei lassen und überquerte mit zehn Sekunden Rückstand auf Van der Poel (20:07) als Sechster die Ziellinie. «Die Beine waren gut und ich bin happy, dass ich am Sonntag (im Cross-Country-Rennen) in der ersten Reihe stehen kann», erklärte Fumic, der damit sein bisher bestes Saisonresultat verbuchte.

Van der Poel konnte in der Schlussrunde eine Attacke von Avancini kontern und seinen insgesamt achten Short Track-Erfolg feiern. Inklusive Sieg bei der EM in Brünn hat er jetzt vier Rennen in Folge gewonnen.

Eine starke Leistung bot auch Georg Egger (Aichen). Der 24-Jährige eroberte mit Rang 16 (+0:36) zum ersten Mal einen Platz in der zweiten Startreihe. «Die Beine taten schon weh und ich dachte, ich verderbe es mir noch. Aber offenbar tat es den anderen auch weh», meinte Egger mit einem Lachen. «Ich habe versucht clever zu fahren und es hat geklappt.»

Damen: Ferrand Prevot gewinnt zum ersten Mal Short Track
Bei den Damen zeigte Elisabeth Brandau eine bravouröse Leistung. Am Ende war es einfach ein gedankliches Missgeschick, das ihr ein top Ergebnis, vielleicht sogar den ersten Weltcupsieg verwehrte.

Die Schönaicherin hatte, wie so oft, einen schlechten Start, fiel aus der ersten Reihe bis auf Position 21 zurück und machte sich auf den neuneinhalb Runden auf den Weg nach vorne. Bis zur siebten Runde benötigte sie um vorne anzukommen. Sie schob sich sofort an der achtköpfigen Spitzengruppe vorbei und ging in Front. Dort diktierte sie eine Runde das Tempo, beschleunigte in der nächsten und riss etwa 300 Meter vor dem Ziel eine Lücke zu Pauline Ferrand Prevot.

Brandau überfuhr die Ziellinie und ballte die Faust in der Meinung, dass sie eben das Short Track-Rennen gewonnen hatte. Sie hielt an, stieg vom Bike und setzte sich auf den Boden, um dann irgendwann wahrzunehmen, dass die Konkurrentinnen weiter fuhren. Sie schwang sich mit ihren völlig übersäuerten Beinen wieder in den Sattel und rettete mit Rang 21 wenigstens noch die dritte Startreihe.

«Wie blöd muss man eigentlich sein», schüttelte sie nach dem Fauxpas den Kopf über sich selbst. Sie sei «einfach nur gefahren, gefahren und gefahren» und eben der Meinung gewesen, dass das Rennen bereits zu Ende sei. Warum auch immer. «Jetzt habe ich den ganzen Aufwand getrieben und habe am Sonntag erst nichts davon. Dritte Startreihe ist hier natürlich ein Handicap.» Dass sie eine gute Verfassung an den Tag gelegt hat, das konnte sie in dem Moment nicht trösten.

Auch nicht, dass ihr die Schweizer Europameisterin Jolanda Neff auf die Schulter klopfte und meinte: «Schade, du hättest das heute gewonnen.»

Neff selbst verlor vor heimischem Publikum eine Runde später den Sprint um den Sieg gegen Pauline Ferrand Prevot. Dritte wurde Olympiasiegerin Jenny Rissveds (Schweden), die zwischenzeitlich mal Positionen verloren hatte, weil sie aus dem Pedal gerutscht war.


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